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Schnösel

(Newbie)

Wer soll was, wie und warum tun, oder auch nicht?
26.10.05, 14:56:02

Peter Schnittger

(Administrator)

Ich hatte es befürchtet! Auch unser Forum bleibt davor nicht verschont...

Daher erlaube ich mir einfach einen Seite des Bayerischen Staatsministerums heranzuziehen.

Aber um es vorweg zu nehmen: Die Gefahr besteht für die Tiere und nicht(oder nur in sehr geringen Ausmaß) für den Menschen!

Fragen und Antworten zur Geflügelpest (Vogelgrippe)

1. Was ist Geflügelpest?
2. Wo tritt derzeit Geflügelpest auf?
3. Ist Geflügelpest ansteckend für den Menschen?
4. Wie können Geflügelhalter eine Ansteckung ihres Geflügels vermeiden?
5. Kann man noch Geflügelfleisch, Eier und andere Geflügelprodukte essen?
6. Darf man Geflügel gegen Geflügelpest impfen und ist es sinnvoll?
7. Was macht das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz?


1. Was ist Geflügelpest?

Die Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der Aviären Influenza oder Vogelgrippe. Sie kann alle Geflügelarten befallen, am schwersten erkranken Hühner und Puten. Die Krankheit verläuft sehr rasant mit deutlichen Krankheitszeichen und führt innerhalb weniger Tage zum Tod der Tiere.

Erreger der Geflügelpest sind hochpathogene, d. h. stark krankmachende, aviäre (=Vogel-) Influenzaviren, die zum Subtyp H5 oder H7 gehören. Aviäre Influenzaviren anderer Subtypen (es gibt insgesamt 15) sind geringpathogen und verursachen nur leichte grippeähnliche Erkrankungen beim Geflügel. Sie gelten nicht als Geflügelpest.

Die Geflügelpest ist sehr ansteckend. Kranke Tiere scheiden mit Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit, also allen Körperausscheidungen, massenhaft Virus aus. Die Ansteckung von Geflügel erfolgt durch direkten Kontakt mit kranken Tieren oder deren Ausscheidungen oder durch Kontakt mit infiziertem Material wie Dung, Transportkisten, Eierkartons, Gerätschaften, Fahrzeuge. Bei starker Staubentwicklung ist auch eine indirekte Ansteckung über die Luft möglich. Häufig verschleppt der Mensch mit seiner Stallkleidung, dem Schuhwerk o.ä. den Erreger. Auch Wildvögel können sich anstecken und den Erreger weitertragen, dabei müssen sie nicht unbedingt selbst erkranken.


2. Wo tritt derzeit Geflügelpest auf?

Das Geflügelpestgeschehen im asiatischen Raum breitet sich aus. Nach Ausbrüchen in Indonesien, Japan, Kambodscha, Laos, Malaysia, Pakistan, Südkorea, Thailand, Vietnam sowie der Volksrepublik China einschließlich Hongkong, Kasachstan (Region Pavlodar), Russland (Region Novosibirsk) ist die Tierseuche inzwischen auch in der Türkei und in Rumänien festgestellt worden. Das EU-Recht erlaubt seit vielen Jahren keine Einfuhren von lebendem Geflügel, Geflügelfleisch und Eiern aus der Türkei mehr. Die Europäische Kommission hat mittlerweile ein Einfuhrverbot für andere Vögel als Geflügel sowie für unbehandelte Federn und Federteile vorgelegt.

3. Ist Geflügelpest ansteckend für den Menschen?

Obwohl Influenzaviren auch beim Mensch und verschiedenen Tierarten wie Pferd und Schwein vorkommen und Grippeerkrankungen hervorrufen, handelt es sich nicht um einen einheitlichen Erreger, der ohne weiteres von einer Spezies auf die andere übergeht. Am ehesten ist noch ein Wechsel zwischen Mensch und Schwein möglich.

In den letzten Jahren wurde aber auch eine Reihe von direkten Übertragungen des aviären Influenzavirus (AIV) auf den Menschen bekannt. Derzeit existieren allerdings keine Hinweise auf das Auftreten eines H5N1-Influenzavirus in Asien, das die Speziesbarriere zum Menschen soweit überwunden hat, dass es in der Lage ist, leicht von Mensch zu Mensch übertragen zu werden. Die Gefahr der Entstehung eines solchen Virus in der Region Südost-Asien ist aber aufgrund der in einigen Teilen der Region wieder unkontrolliert auftretenden Geflügelpest nicht gebannt.

4. Wie können Geflügelhalter eine Ansteckung ihres Geflügels vermeiden?

Da die Geflügelpest nicht nur durch direkten Kontakt von erkranktem zu gesundem Geflügel übertragen wird, sondern auch durch mit dem Erreger verschmutzte Gegenstände wie Stallgeräte, Transportkisten, Eierpappen, Futter, Mist, Fahrzeuge und den Menschen (Kleidung, Schuhe) weiterverbreitet wird, müssen solche Kontakte vermieden werden.

Alle seuchenvorbeugenden Maßnahmen wie regelmäßige Reinigung und Desinfektion, Wechsel der Kleidung und Schuhe bei Betreten des Stalles, kein Austausch von Geräten u.ä. zwischen verschiedenen Geflügelhaltungen, Minimierung des Personen- und Fahrzeugverkehrs usw. müssen strikt eingehalten werden.

Alle Kontakte zu erkranktem Geflügel sowie zu Menschen, Geräten und Fahrzeugen, die damit in Berührung gekommen sind, sind zu vermeiden.


5. Kann man noch Geflügelfleisch, Eier und andere Geflügelprodukte essen?

Alle im Handel befindlichen Geflügelprodukte können bedenkenlos verzehrt werden, da sie nur von gesunden Tieren aus gesunden Beständen stammen. Der Erreger der Geflügelpest hat über die Ernährung keinen Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Um der Weiterverbreitung der Seuche auf andere Geflügelbetriebe vorzubeugen, werden dennoch nicht nur die erkrankten, sondern auch die ansteckungsverdächtigen Tiere getötet und unschädlich beseitigt.


6. Darf man Geflügel gegen Geflügelpest impfen und ist es sinnvoll?

Es ist in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft verboten, gegen Geflügelpest zu impfen und es gibt derzeit auch keinen spezifischen zugelassenen Impfstoff. Die Prüfung von Impfstoffen hat gezeigt, das durch Impfung zwar eine Erkrankung verhindert werden kann, das Seuchenvirus sich aber dennoch im Tier vermehrt und auch ausgeschieden wird, allerdings in geringerem Maße. Das könnte zu einer unerkannten Weiterverbreitung des Seuchenvirus führen und die Seuche bei uns heimisch machen.

Das Ziel der Bekämpfung ist jedoch die Tilgung der Seuche und des Erregers.

7. Was macht das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz?

Importe von Vögeln und Vogelprodukten sind verboten. Eine verstärkte Beobachtung der Zugvögel wurde angeordnet.

Reisende an Flughäfen werden laufend informiert, dass der Seuchenerreger von infizierten Tieren, aber auch durch Produkte wie Eier und Geflügelfleisch oder durch Kleider, Schuhe oder andere Gegenstände aus infizierten Gebieten übertragen werden kann. Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass in betroffenen Ländern direkte Tierkontakte sowie der Besuch von Geflügelmärkten zu vermeiden sind. Geflügelfleisch und Geflügelprodukte sollten nur in gekochtem oder durchgebratenem Zustand verzehrt werden.

Es ist verboten, aus Kambodscha, Kasachstan, Indonesien, Japan, Laos, Malaysia, Pakistan, Russland, Südkorea, Thailand, Vietnam, Volksrepublik China einschließlich Hongkong und der Türkei und Rümanien Geflügel oder andere Vögel, Geflügelfleisch, Eier und andere Produkte vom Geflügel sowie Federn oder unbehandelte Jagdtrophäen in die Europäische Union einzuführen.

Zum Schutz vor einer Einschleppung des Vogelgrippevirus H5N1 hat Bayern die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. U. a. wurden die Kontrollen an den Flughäfen München und Nürnberg verschärft. Ziel ist insbesondere, den Reiseverkehr intensiv auf illegale Importe von lebendem Geflügel und Geflügelprodukten zu kontrollieren, vor allem aus sog. Risikoländern, in denen Vogelgrippe amtlich bestätigt wurde.

Als weitere Vorsorgemaßnahme zum Schutz vor der Vogelgrippe hat Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf angeordnet, dass ab 17.10.2005 in Bayern keinerlei Geflügelmärkte, Vogelbörsen und -ausstellungen mehr stattfinden dürfen. Die Anordnung ist unbefristet und soll größere Tieransammlungen und damit ein künstliches Infektionsrisiko verhindern.


© Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz


Mit herzlichen Grüßen

Peter Schnittger

Nicht das Optimale ist unser Ziel
- sondern der pragmatische Perfektionismus!


QRPS Management Consulting
Hand-Crafted-Spirits
26.10.05, 16:44:07

Peter Schnittger

(Administrator)

Jaaa! Genau so wird das bald ausschauen, wenn so manche nette Presse die Verbraucher weiter verunsicht!

Lasst uns mit Rattengift, Gewähren und anderem Zeug das Federvieh meucheln!

Mit herzlichen Grüßen

Peter Schnittger

Nicht das Optimale ist unser Ziel
- sondern der pragmatische Perfektionismus!


QRPS Management Consulting
Hand-Crafted-Spirits
27.10.05, 12:30:27

Gaby

(Junior Member)

Hallo,
ich hätte da eine andere Frage zur Geflügelpest. Wie ist das eigentlich, wenn man in diese Sperrzone fällt, selbst zwar kein Geflügel hat und auch nicht schlachtet, aber ander Tiere schlachtet? Im Klartext, können die einem einen Schlachtbetrieb für Schafe, Schweine, Rinder zusperren? Ist das dann vielleicht Willkür der Ämter oder gibt es da ein Gesetz? Hab bis jetzt nichts gefunden.
Gruß Gaby
06.03.06, 11:33:25

Peter Schnittger

(Administrator)

Hallo Gabi,

beigefügt die Auskunft eines Kollegens bei einem Landesamt und im Anhang noch die aktuelle Version der Verordnung zur "Geflügelpest":

Zitat:
stringente Regulative wie sie i. R. der Geflügelpest/Aviären Influenza mit z. T. erheblichen Einschränkungen für den Tier-, Waren- und Personenverkehr stattfinden, sind im Lebensmittelrecht sehr selten bis gar nicht zu finden. Insofern verwundert es auch nicht, dass derartige Maßnahmen in einem Lebensmittelforum als exotisch und befremdlich diskutiert werden.

Bei Maßnahmen zur Bekämpfung der Geflügelpest handelt es sich aber um Tierseuchenrecht.
Dort sind Maßnahmen wie Einschränkungen der Vieh- und Warenströme der Normalfall, da hochinfektiöse und hochkontagiöse Tierseuchen wie im vorliegenden Fall nur durch sehr restriktive Maßnahmen bekämpft werden können.

Maßgeblich ist im vorliegenden Fall die im Anhang enthaltene Verordnung. Sinngemäß, und um auf die eigentliche Frage zurückzukommen, sind dort keine einschränkenden Maßnahmen erwähnt, zumindest was den Transport und das Schlachten von Rindern, Schafen und Schweinen angeht.
Allerdings darf aus dem Sperr- und Beobachtungsbezirk kein Geflügel (in lebender oder toter Form) verbracht werden.
Dateianhang:

 Wildvogel-Geflügelpestschutzverordnung _Konsolidierte Fass..pdf (28.25 KByte | 4 mal heruntergeladen | 112.98 KByte Traffic)


Mit herzlichen Grüßen

Peter Schnittger

Nicht das Optimale ist unser Ziel
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QRPS Management Consulting
Hand-Crafted-Spirits
06.03.06, 17:03:19
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