Geben Sie der ISO 22000 eine Chance?

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08.08.05, 09:41:43

Peter Schnittger

Wenn Sie Ihr Unternehmen betrachten, denken Sie, dass Sie in absehbarer Zeit die ISO 22000 einführen werden?
08.08.05, 12:02:15

michael

Da uns diese ISO-Norm noch nicht bis ins Detail bekannt ist, gibt es noch keinen entgültigen Beschluss.
Die Tendenz geht allerdings dahin, dass wir nach ISO 9001:2000 / (22000) arbeiten, aber diese extern nicht mehr zertifizieren lassen.
Mit IFS-, GMP- (Q&S-)und Brancheninternen Zertifikaten sowie Kundenaudits und einem funktionierenden und lebenden QM-System ist eine vernünftige Grenze der Auditierungen erreicht.
Wie immer gilt allerdings auch hier: sag niemals nie. Deshalb wollen wir zumindest bereit sein, aber keine Vorreiter.

08.08.05, 12:36:40

Peter Schnittger

Hallo Michael, eigentlich sollte das, was Sie hier aufgezählt haben, wirklich reichen. Und ich sehe es auch so, dass das Wichtigste ein gelebtes QMS ist und nicht die Zertifizierung, welche ja nur eine Bestätigung durch Dritte darstellt. Trotz allem bin ich mir nicht sicher, wie lange sich Unternehmen einer 22000 verschließen können, da dies sicherlich in eine Kundenforderung übergehen wird (insbesondere bei Betrieben, die nach Australien, Asien oder USA liefern wollen). Bei einigen deutschen Handelsorganisationen gibt es auch schon die ersten Aussagen, dass die 22000 anerkannt wird bzw. egal welcher Standard, einzig dass dieser durch die GFSI anerkannt ist. Es wird spannend werden! Insbesodere dardurch, dass die 22000 doch den Fokus nun sehr stark auf die Produktion und nur noch in Basisbereichen auf das Management legt.
25.08.05, 14:04:31

Schnitzelmann

:mad: Eigentlich dachte ich bislang, dass die 22000 endlich mal was harmonisieren soll...
Irgendwann reicht's!
01.09.05, 11:25:11

poppenberger

Hallo Schnitzelmann,
momentan ist die DIN 22000 noch nicht gefordert,obwohl die ersten Betriebe sich nach diesen Kriterien bereits auditieren lassen wollen. Dieser Standard ermöglicht es auch Betrieben, die nicht unbedingt aus der Lebensmittelproduktion kommen, sich qualifizieren zu lassen (zB. "NON Food" Zulieferer oder Dienstleister für die Lebensmittelindustrie). Somit ist dieser Standard schon etwas besonderes.

Bestehende Standards, wie zB. IFS und ausserhalb von Deutschland auch BRC (im geringeren Umfang auch Dutch HACCP oder EFSIS) kommen aus einer ganz anderen Richtung als ISO 22000. Diese Standards sind vom Handel (=Kunde)entwickelt und gefordert.

Solange der Handel bestimmte Kriterienerfüllung erwartet, wird sich nichts ändern oder ändern können. Einige Handelsunternehmen (zB. Migros/Schweiz) akzeptieren meines Wissens nach alle 4 GFSI (Global Food Safty Initiative Standards), was schon einen gewissen Vorteil für die Produzenten oder Händler bietet.

Ein Schritt in die Harmonisierungsrichtung wäre die Anerkennung der ISO 22000 durch GFSI, was ich persönlich aus dem oben genannten Grund momentan nicht erwarte. Zusätzlich müsste dann aber der restliche Handel einen dieser GFSI Standards unhd nicht einen bestimmten als ausreichend akzeptieren. Das dies eher unwahrscheinlich ist, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, braucht nicht diskutiert zu werden.

Die Lösung liegt für Unternehmen, die überregional produzieren (oder für mehrere Handelshäuser) in der Suche nach einem geeigneten Prüfhaus, in dem multiqualifizierte Auditoren mehrere Standards (oder mehrere Auditoren zu einem Zeitpunkt) die geforderten Audits jeweils natürlich standardkonform (einige Standardgeber haben Vorgaben was eine mögliche Reduzierung betrifft!)abbilden können. Dadurch können sich zeitliche Einsparungen aufgrund der Vermeidung von Doppelprüfungen und damit Ihrer Kosten ergeben. Auch der interne Aufwand Ihres Hauses und für Sie selbst wird entsprechend reduziert. Dies kann mit Sicherheit ein Unternehmen wie TÜV SÜD darstellen. Sollten für Sie die vorgenannten Umstände zutreffen, so fordern Sie doch einfach ein unverbindliches Angebot an. Weitere Vorteile, wie ein kostenloses Kundenforum an mehreren Standorten in Deutschland, Infomaterial und ein aussagekräftiges Zertifikat/e wären für Sie nutzbar.

Somit kann man auch bei einer nicht unbedingt optimalen Ausgangslage, dennoch etwas in positive Wege lenken, zumindestens bis es vielleicht doch irgend wann zur von Ihnen gewünschten Harmonisierung kommt.

Viel Erfolg, mfg
Heinrich Poppenberger

 

 

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