Periodische Energieaudits sollen für Unternehmen zur Pflicht werden!

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30.03.15, 16:28:23

Peter Schnittger

Einführung von Energieaudits
Periodische Energieaudits sollen für Unternehmen, die nicht als kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne der EU Definition gelten, Pflicht werden. Der Bundestag hat Anfang Februar einem entsprechenden Gesetzesentwurf zur Änderung des Energiedienstleistungsgesetzes zugestimmt. Nach einer letzten Befassung wird das Gesetz voraussichtlich am 01.04.2015 in Kraft treten. Betroffen sind Unternehmen, die nicht unter die KMU-Definition fallen. KMU-Unternehmen sind Unternehmen, die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen und entweder einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro haben. Diese Werte beziehen sich auf den letzten Jahresabschluss. Allerdings müssen bei der Bestimmung der eigenen Werte ggf. anteilig oder sogar alle Werte von Partnerunternehmen oder verbundenen Unternehmen zugerechnet werden. Betroffene Unternehmen müssen ein Energieaudit erstmalig bis zum 05.12.2015 durchführen und danach mindestens alle vier Jahre (gerechnet vom Zeitpunkt des ersten Audits). Unternehmen, die zum oben genannten Zeitpunkt ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS eingerichtet haben, sind von der Pflicht befreit (§ 8 Absatz 3). Das Audit muss den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen. Die Unternehmen müssen demnach u.a. einen Energieberater benennen, Energieverbräuche ermitteln und dokumentieren sowie Maßnahmen zur Verbesserung ihres Energieverbrauches finden. Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) wird die Einhaltung stichprobenhaft kontrollieren. Können die Unternehmen keinen Nachweis über die ordnungsgemäße und fristgerechte Durchführung eines Energieaudits bzw. das Vorliegen einer Freistellung vorlegen, liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, die mit einer Geldbuße sanktioniert werden kann.
 

 

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